Was ist Aromatherapie?

Heute möchte ich euch ein bisschen was über Ätherische Öle und Aromatherapie erzählen. Sozusagen eine kleine Einführung in die Welt der Düfte, die mich ja selber seit ein paar Jahren fasziniert und die ich mir nicht mehr aus meinem Leben denken kann. Für mich sind die Düfte eine Wohltat für meine Seele. Zusätzlich habe ich eine tolle Hausapotheke in meinem Schrank.

 

Meine Hausapotheke – meine Unabhängigkeit:

Meine Hausapotheke, die aus Tees, Ätherischen Ölen, selbstgemachten Tinkturen und Hustensaft, Schüsslersalze usw. besteht, gibt mir das Gefühl von Unabhängigkeit. Kommt ein kleines Wehwehchen, kommt meine Hausapotheke zum Einsatz. Wird das Wehwehchen größer, bleibt der Besuch beim Arzt nicht aus. Selbstverantwortung ist die Devise. Hör auf deinen Körper und entscheide selber, wann der Weg zum Arzt sinnvoll ist. Lieber früher als später. Am besten du verwendest, nach Absprache mit deinem Arzt, deine natürliche Hausapotheke. VORSICHT ist bei der Anwendung von Kindern, kranken oder alten Menschen geboten! Hier gilt: Die Dosis macht das Gift, wie Paracelsus schon im 16 Jhd. gesagt hat.

 

Vor allem im Anfangsstadium von Erkältungskrankheiten mag ich diese Unabhängigkeit, dass ich nicht gleich zum Arzt oder zur Apotheke muss, um mir ein „Medikament“ zu holen. Medikament deswegen unter Anführungsstrichen, da man in der Apotheke ja auch viele Hausmittel bekommt. Einige Apotheken haben auch ihre eigenen natürlichen Produkte. Mit großer Freude beobachte ich, dass das Sortiment immer größer wird. Also für alle, die nicht selber ernten, trocknen und ansetzen, fragt einmal in eurer Apotheke nach.

 

Ätherische Öle haben den Vorteil, dass sie in der Anschaffung nicht viel Zeit oder Platz brauchen. Und für den Anfang reichen schon ein paar Öle als Hausapotheke, um ein großes Einsatzgebiet zu haben. Daher ist auch die finanzielle Aspekt nicht sehr hoch, finde ich, denn mit einem Fläschchen Öl kommt man relativ lange aus.

 

Das Tolle an ätherischen Ölen ist, dass ein Öl für viele verschiedene Anwendungen genutzt werden kann und umgekehrt gibt es für ein Anliegen viele verschiedene Öle. Das hört sich anfänglich kompliziert an, ist es aber bei näherem Hinsehen gar nicht. Das hat nämlich viele Vorteile:

Erstens braucht man nicht eine riesige Auswahl an Ölen, da mit ein paar Ölen schon viel abgedeckt werden kann. Zweitens kann man aber auf ein anderes Öl zurückgreifen, falls einem ein Duft gar nicht schmeckt oder man ein Öl nicht verträgt. Den für ein Wehwehchen gibt es viele Öle. Und was auch noch wichtig ist, nicht jeder Mensch braucht das gleiche Öl. Bei dem einen hilft bei gleichen Beschwerden ein anderes Öl als bei dem anderen. Ausprobieren ist die Devise.

 

 

So, jetzt komme ich wieder auf mein Ursprungsthema zurück J

 

Aromatherapie bezeichnet die Anwendung ätherischer Öle zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens.“ (Quelle: Wikipedia)

Die Definition von Wikipedia gefällt mir sehr gut. In einem Satz das Wichtigste gesagt. Es geht um Hilfestellung körperlicher und geistiger Ausgewogenheit.

 

Immer wieder tauchen verschiedene Begriffe auf, von denen ich hier ein paar erklären möchte:

 

  •  Die klassische AROMATHERAPIE wird speziell ausgebildeten Ärzten vorbehalten.
  • AROMAPFLEGE wird die Anwendung im Pflegebereich benannt.
  •  AROMABERATUNG ist die Beratung von ausgebildeten Aromaexperten in den Bereichen Raumbeduftung (zB Büro), persönliche Selbstanwendungen, usw.
  • AROMAMASSAGE ist eine Rhythmische Körperarbeit mit Ätherischen Ölen

 

Was sind Ätherische Öle

Wer schon ein Video von mir gesehen hat oder einen anderen Artikel gelesen hat, dem kommt die folgende Aussage, sicher schon bekannt vor:

„Ätherische Öle beinhalten die geballte Kraft einer Pflanze in einem kleinen Fläschchen.“ Deswegen VORSICHT bei Dosierung. Zur Erinnerung nochmals der Hinweis von Paracelsus: Die Dosis macht das Gift!

 

Ätherische Öle sind Auszüge aus Pflanzen, die mittels Wasserdampfdestillation, Kaltpressung oder Extraktion hergestellt werden. Gespeichert sind die ätherischen Öle in den verschiedensten Teilen einer Pflanze. Von den Blüten über die Samen, Blätter bis zu den Wurzeln können das ätherische Öl speichern. Der Pflanze produziert die Öle natürlich nicht nur für uns sondern in erster Linie zum Eigengebrauch. Das Öl schützt vor Krankheiten aber auch vor Fressfeinden bzw. wird es auch als Lockmittel für die Fortpflanzung genutzt. Wie gut, dass wir uns diese Fähigkeiten zu Nutze machen können :) Hier einmal ein Danke an die Natur.

 

Ein Hydrolat ist sozusagen das „Abfallprodukt“ bei der Herstellung von ätherischen Ölen. Lange Zeit wurden die Wirkstoffe eines Hydrolat’s nicht genutzt bzw. nicht erkannt. Erst in den letzten Jahren gewinnt es immer mehr Wichtigkeit in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde).

 

Anwendungsbereiche

Ätherische Öle werden in erster Linie äußerlich angewendet. Über die Nase gehen die Duftmoleküle direkt ins Gehirn. Über das limbische System wird der Wirkstoff im ganzen Körper verteilt. Das limbische System ist für viele Vorgänge in unserem Körper verantwortlich (zB. unseren Hormonhaushalt). Deswegen wirken die Öle zB. Auch auf unsere Organe, obwohl sie mit diesen nicht in Berührung kommen. Und ich meine damit nicht nur unsere Lunge. Nein, ätherische Öle können auch auf unseren Darm wirken, obwohl wir das Öl „nur“ äußerlich anwenden.

 

Ätherische Öle werden auch gerne äußerlich auf unseren Körper aufgetragen. Dies kann in Form von Einreibungen, Massagen oder Wickel passieren. Aber auch Bäder und Fußbäder haben eine tolle Wirkung.

Für mich wirken die Anwendungen mit ätherischen Ölen immer körperlich und seelisch. Mache ich ein Fußbad, weil ich gerade eine Erkältung mit mir herumschleppe, unterstützen die Öle meine Genesung aber gleichzeitig wird mein Wohlbefinden erhöht, weil es für mich eine kleine Wellnesseinheit in den eigenen vier Wänden ist. Eine anschließende wohltuende Fußmassage mit einem Erkältungsbalsam oder einer selbstgemachten Ölmischung runden das Wohlfühlpaket noch ab.

 

Der Grund dafür ist, dass wir bei solchen Anwendungen automatisch die Gerüche auch über unsere Nase aufnehmen und das Wohlbefinden sofort gesteigert wird. Mittlerweile werden die Öle auch schon in Krankenhäusern oder Pflegeheimen angewendet. Zudem, dass die Öle gegen Viren, Bakterien oder Pilze wirken, fühlen sich die Patienten wieder wohler in ihrer Haut, was, meiner Meinung nach, zur Genesung einen großen Beitrag leistet.

Eine weitere Anwendung, die ich sehr gerne mache ist eine Inhalation. Zusätzlich zur klassischen Inhalation mit einem heißen Wasser (Achtung, es reichen 1-2 Tropfen ätherisches Öl; das Wasser darf nicht kochen) liebe ich auch die Trockeninhalation. Das geht schnell und ein ätherisches Öl kann man überall mitnehmen.

 

 

Ätherische Öle sollen nicht pur auf die Haut aufgetragen werden, da die Öle Hautreizungen auslösen können. Hier ist wieder bei Kindern, alten und kranken Menschen Vorsicht geboten. Es gibt wenige Ausnahmen, die bedenkenlos pur aufgetragen werden können. Hier zählt zB das Lavendel- oder das Teebaumöl. Am Besten das Öl immer mit einem Basisöl mischen, dann kann nichts passieren und die Wirkung bleibt trotzdem vorhanden. 

 

Vorsicht ist auch bei der inneren Einnahme geboten. Ich empfehle grundsätzlich keine inneren Einnahmen, wobei es auch hier Ausnahmen gibt. In diesem Fall spreche am besten mit einem Experten oder deinem Arzt. 

Es gibt mittlerweile schon mehrere Aroma-Kochbücher, deren Rezepte man bedenkenlos nachkochen kann, da die Mengen der ätherischen Öle sehr gering gehalten werden. 

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Düfte bzw. Ätherische Öle begleiten uns Menschen schon sehr lange. Bereits Kulturen aus der Frühgeschichte gaben den Pflanzen und Düften einen fixen Platz in ihrem Leben. Zum Einen als Medizin und zum Anderen auch als Schönheitsmittel und zum Wohlfühlen. Unser heutiges Wellnessen ist also keine Erfindung unserer Zeit. Die Menschen erkannten die Kraft der Pflanzen schon sehr früh. Nicht nur die Wirkung auf physischer Ebene, sondern eben auch auf psychischer und emotionaler Ebene.

 

In vielen gesellschaftlichen Schichten wurden schon verschiedenste Pflanzenteile geräuchert und damit die Kraft der Pflanzen genutzt. Die niedrigeren Schichten benutzen Gewürze aus dem Garten, die oberen Schichten importierten Weihrauch und Myrrhe aus dem fernen Osten. Beide haben eine tiefe Wirkung. Heutzutage sind leider oft diese Dinge wertvoller, die von weit herkommen. Wobei, dieses Phänomen gab es auch schon früher. Alles was von weit her kommt ist teurer und somit wertvoller. Dabei haben unsere heimischen Kräuter und Harze eine genauso intensive Wirkung und spielten bei unseren Vorfahren auch eine genauso wichtige Rolle. In oberen Schichten wurden ätherische Öle sogar in den Lehm, mit dem Häuser gebaut wurden, gemischt. Die Menschen waren sich der Wirkung immer bewusst.

 

Leider ist dieses Wissen über längere Zeit immer mehr in den Hintergrund gefallen. Mit der modernen Medizin wurde die Pflanzenkraft sogar viele Jahre komplett ignoriert und skeptisch begutachtet. Da frage ich mich immer, wie die Menschheit wohl Millionen von Jahren überlebt hat, als es noch keine moderne Medizin gab. Vielleicht ist ja an dem „Mythos der Pflanzenkraft“ ja doch etwas dran.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag.