Samhain versus Halloween

Heute habe ich einen intensiven Impuls gespürt zu schreiben und mich überraschen zu lassen, was dabei herauskommen wird. Hier nun das Ergebnis. Viel Spaß beim Lesen.

Zum einen ist heute Halloween, zum anderen morgen Allerheiligen. Und dann gibt’s da noch dieses Samhain, von dem man/frau (vor allem ich) immer wieder lese bzw. in diversen Kreisen immer wieder angesprochen wird. Samhain kommt aus dem keltischen. Ja, die Kelten, die kann man ja noch irgendwie zuordnen, aber was hat es mit dem keltischen Jahreskreis auf sich und vor allem, was hat dieser mit mir/uns und der heutigen Zeit zu tun. Und gibt es da vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen den Kelten und uns? Ja auch heute noch?

 

Diese Fragen hab ich mir vor ca.zwei Jahren das erste Mal gestellt, als ich das erste Mal von Samhein, Imbolic, Beltane usw. gehört habe. Zuerst etwas verwundert zieht man anscheinend Menschen an, die sich mit den gleichen Themen wie man selber beschäftigen oder die sogar schon mehr Wissen in diesem Bereich haben. Neugierig geworden habe ich alle Informationen aufgesaugt, die ich über diesen keltischen Jahreskreis ausfindig machen konnte, in mich auf (und ich bin immer noch dabei). Immer wieder habe ich Menschen getroffen, die mir im Nachhinein erzählt haben, dass sie dieses oder jenes Keltenfest gefeiert haben und ich mir gedacht habe: Ach nein, schon wieder zu spät dran. Das Fest war schon vorbei.

Heuer war ich schneller. Heuer habe ich schon vor 2 Wochen angefangen mich mit Samhain zu beschäftigen und nicht erst 2 Wochen später. Ich wollte wissen, was es mit diesem Fest auf sich hat, den Hintergrund verstehen. Und dann ist da auf einmal dieser Impuls, etwas aufschreiben zu wollen. Ich denke mir, es gibt vermutlich noch viele unter euch, die, so wie ich, am Anfang des keltischen Jahreskreisreises stehen, aber doch schon neugierig sind, was es damit auf sich hat. Darum möchte ich heute all die Dinge, die ich gerade dabei bin über Samhain rauszufinden, gleich mit euch teilen. Nicht weil ich Profi bin in dem Gebiet, sondern, weil ich genauso am Anfang stehe wie du. Und ich glaube, dass ich jetzt die Dinge so weitergeben kann, dass es für alle leicht zu verstehen ist.

Also, wenn du selber noch keine keltischen Jahreskreisfeste gefeiert hast, zumindest, wenn du das glaubst (dazu später mehr), dann lies jetzt unbedingt weiter und wenn du schon ein Kelten-Profi bist, darfst du natürlich auch weiterlesen und deine Erfahrungen mit uns teilen.

 

 

Allgemeines

Jahreskreisfeste haben die Kelten schon gefeiert und feiern auch wir in unserer heutigen Zeit noch. Da gibt es Ostern, Allerheiligen, Weihnachten, Silvester. Dann sind da noch die Sommersonnwende und Wintersonnwende. In manchen Familien wird vielleicht auch noch die Tag- und Nachtgleiche bewusst zelebriert.

Und ja, man kann es sich ja fast kaum vorstellen, auch zur Zeit der Kelten hat es diese Feste schon gegeben. Der einzige Unterschied war die Hintergrundinformation bzw. das WARUM. Die Kelten haben Weihnachten also nicht wegen der Geschenke gefeiert, sondern haben die Wiedergeburt der Sonne gefeiert. Die Raunächte waren die Zeit des Stillstandes. Die Erde hat ausgeatmet, hält inne und fängt nach den Rauhnächten wieder an, einzuatmen. Die Tage werden wieder länger.

Als ich dies zum ersten Mal gelesen habe, habe ich in mir ein gutes Gefühl gespürt. Warum war das so? Weil für mich, so wie Weihnachten bei uns gefeiert wird, in dieser Form nicht wirklich befriedigend ist. Man trifft sich mit der Familie (egal ob die Energie gut oder schlecht ist), isst zusammen, verteilt Geschenke, usw. Und das wars? Wirklich befriedigend habe ich das schon länger nicht mehr empfunden. Vor allem, wenn der Haussegen eigentlich schief steht, aber doch wieder alle auf "heile Welt" spielen. Aber wo bleibt da das Wahre, das Warum?

Von der christlichen Einstellung zu diversen Festen, habe ich mich schon vor vielen Jahren verabschiedet. Nicht weil ich darüber urteilen mag, sondern, weil diverse Dinge in mir Unmut verursacht haben und ich mich nicht mehr darin gefunden habe. Viele Jahre habe ich mitgefeiert, weil es einfach so ist. Natürlich schon, weil ich gerne mit meiner Familie zusammen bin. Aber als ich das erste Mal von der Wiedergeburt der Sonne bzw. dem Einatmen- bzw. Ausatmen der Erde gehört habe, hat das Weihnachtsfest für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Nein, es geht eben nicht um die Geschenke, sondern es passiert im großen Ganzen etwas. In dem finde ich mich mehr als mit Tod und Auferstehung von jemanden, der vor über 2000 Jahren geboren ist (und ich will auch hiermit nicht urteilen, sondern das ist meine persönliche Erfahrung und Einstellung) oder eben des Einkaufswahnsinns wegen. Diesem Einkaufswahnsinn entkomme ich schon ein paar Jahre, indem es vermehrt Selbstgemachtes für meine Familie gibt. Schenken ist etwas Schönes und ich mag dieses Ritual, wenn es von Herzen kommt. Das kann aber auch etwas Kleines oder Selbstgemachtes sein. Der Gedanke dahinter zählt meiner Meinung nach mehr als der Wert des Geschenkes.

 

Viele Feste, die die Kelten schon gefeiert haben, kennen wir heute auch noch. Aber eben unter einem anderen Namen. Als das Christentum entstanden ist, wurden diversen Festen einfach eine neues „Warum“ darübergestülpt. Die Feste haben einen neuen Namen bekommen, häufig einen christlichen Namen wie zB. Maria Lichtmess, dass früher das Imbolic Fest war. Das Feiern ist das gleiche geblieben. So haben die Menschen nach und nach das Ursprüngliche „WARUM“ vergessen.

 

 

Wir leben in Rhythmen bzw. in Zyklen. Da gibt es den Jahreszyklus, den Mondzyklus, den Tageszyklus usw. Es entsteht etwas, was sich später wieder verabschiedet und vorbei ist, um dann wieder neu entstehen zu können. Immer und immer wieder. Im Frühling kommt Leben in die Natur, alles erwacht. Im Sommer ist die Hoch-Zeit, wo alles blüht, im Herbst kommt dann die wohlverdiente Ernte. Die Natur zieht sich wieder zurück um im Winter zu schlafen. Mit frischer Energie geht es im Frühjahr wieder von vorne los. Im Kleinen können wir das schon jeden Tag beobachten. In der Früh (Frühling) geht die Sonne auf, zu Mittag (Sommer) ist die Hoch-Zeit, am Nachmittag/Abend (Herbst) fängt die Sonne wieder an sich zu verabschieden um in der Nacht (Winter) zu schlafen. Egal wo man hinschaut, alles lebt im Zyklus bzw. im Rhythmus.

Diese Beobachtung haben auch schon die Kelten gemacht und haben diverse Fixpunkte im Jahr hergenommen, um diese Tage zu feiern.

 

 

Samhain versus Halloween

 

Samhain wird in der Nacht von 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. In dieser Nacht sind die Pforten zur sogenannten „Anderswelt“ geöffnet und es fällt uns leichter, Botschaften aus dieser zu empfangen. In der heutigen Zeit gedenken wir am 1. November auch unseren Verstorbenen und Danken ihnen. Hier ist die Verbindung sehr gut zu erkennen. Früher wurde der Beginn der dunklen Jahreszeit gefeiert, heute gegen die bösen Geister angekämpft (Halloween). Ganz nebenbei finde ich, es fühlt sich besser an, den Beginn von etwas zu feiern, als gegen etwas ankämpfen. 

Die Natur zieht sich mehr und mehr zurück, die Temperaturen werden niedriger. Es wird Zeit sich von der Hoch-Zeit zu verabschieden und loszulassen.  Bewusst diesen Schritt zu gehen, kann uns dabei unterstützen, in keine Herbst-/Winterdepression zu verfallen.

 

In der Natur ist es so schön zu beobachten. Die Blätter verfärben sich, um dann abzufallen. Die Säfte der Pflanzen ziehen sich in die Erde zurück und die Natur bereitet sich schon auf den Winterschlaf vor. Viele Tiere sammeln jetzt noch ihre letzten Vorräte, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Leider vergessen wir Menschen oft, dass auch wir Natur sind. Sprich auch für uns wird es jetzt an der Zeit, uns zurück zu ziehen. Weg vom Außen, mehr nach innen zu gehen. Sich bewusst mit dem Ende des Jahres auseinander zu setzen, zu reflektieren, loszulassen und auf die Geburt des neuen Jahres vorzubereiten. Mit jeder Geburt beginnt etwas Neues. Das bedeutet für uns, dass wir wieder eine neue Chance haben. Ist das nicht toll. Es muss uns nur bewusst sein oder werden.

Sich mit dem Vergehen, mit dem Sterben auseinandersetzen und gleichzeitig erkennen, dass dem Sterben wieder eine Geburt folgt. Alles ist zyklisch. Immer und immer wieder.

 

Viele Leiden im Herbst unter Depressionen. Es wird einfach hingenommen. Ist halt so, ist ja jedes Jahr so. Dabei muss es nicht sein. Ich bin überzeugt davon, dass, wenn wir uns mit dem Jahreskreis, mit dem NATÜRLICHEN wieder verbinden, dass viele Probleme weniger werden. Warum?

Auch unser Körper sinkt seine Energie, sowie die Pflanzen die Energie an den Boden abgeben. Viele von uns wollen aber auf dem gleichen Level weiter Arbeiten und funktionieren. Aber das kann doch gar nicht gehen oder? Oder hast du schon einmal eine Rose gesehen, die im Winter blüht? Es ist wichtig in der Tiefe bzw. der Dunkelheit Kraft zu tanken, um dann im Frühjahr wieder neu geboren zu werden. Daher ist es auch für uns Menschen umso wichtiger, sich in der dunklen Jahreszeit zurück zu ziehen. Mehr Zeit in der eigenen Höhle verbringen und sich selber Gutes tun. Auch einfach einmal nichts tun. Dann tun wir nämlich genau das für unseren Körper, dass er braucht à ihm Ruhe schenken. Also lassen wir am besten los, von dem Gedanken, so viel machen und erledigen zu müssen (am besten du verbannst das Wort müssen aus deinem Sprachgebrauch!) sondern erlauben es uns nichts tun zu dürfen.

 

 

Ritual

 

Spring BEWUSST in die neue Zeit…

… und lasse das Alte hinter dir.

Stelle dafür eine Kerze auf den Boden oder lege eine Schnur auf. Stelle dich vor Kerze oder Schnur auf und reflektiere dein letztes Jahr. Du kannst dich auch vor der Kerze hinsetzen und deine Gedanken aufschreiben. Nimm dir dafür einen fixen Zeitrahmen (zB 20 min.) und schreibe einfach. Ohne viel zu Denken. Schreibe einfach los und lass dich überraschen, was aus dir herauskommt. Dies sind die Worte, die nicht von deinem Kopf aus geschrieben werden, sondern die aus deinem Inneren kommen. Deine Seele spricht mit dir.

 

Wenn du dein Jahr reflektiert hast, stelle dich vor die Kerze/Schnur und spring in die dunkle Zeit (symbolisch kannst du dir auch ein dunkles Tuch hinlegen). Lass das Alte los und empfange die dunkle Zeit des Jahres mit Dankbarkeit.

Im Anschluss kannst du dir noch etwas Gutes tun. Gönne dir eine Selbstmassage mit einem guten Öl, lege dich in die Badewanne oder Tanze. Wenn du möchtest, kannst du auch eine Karte ziehen und dich überraschen lassen, was das neue Jahr für dich bringt.

 

Einen guten Start in die dunkle Zeit wünsche ich dir